Burnout

Definition von "Burnout"

Unser Team von psychotherapeutischen und psychologischen Professionisten arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten im 1985 gegründeten "IPSA - Institut für Psychosoziale Aufgaben" im therapeutischen, beratenden, Coaching- und Trainingsbereich mit Einzelpersonen, Familien, Arbeitsteams und Organisationsabteilungen an der Reduzierung, Lösung und Prävention von Konflikt- und Belastungssituationen. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt uns zunehmend die Problematik jenes Erschöpfungssyndroms, das unter dem Schlagwort "Burnout" zunächst die Fachwelt beunruhigte, mittlerweile jedoch Allgemeingut der Umgangssprache geworden ist.

Während wir anfangs den Schwerpunkt der umfassenden Stressreaktionen vorwiegend in der Begegnung mit Angehörigen psychosozialer ("helfender") Berufe zu erkennen glaubten, mussten wir diese Ansicht mittlerweile revidieren: betroffen sind so gut wie alle Berufsgruppen, lediglich die Auslösefaktoren variieren. Da die Burnoutsymptomatik (das Erscheinungsbild) individuell stark zu differieren vermag, wird für viele die Erkennung (Diagnostik) zum Problem, auch für Ärzte und Psychologen. Während früher das Erschöpfungssyndrom des Burnout oft mit Depressionen gleichgesetzt und damit nicht als solches erkannt wurde, ist heute die umgekehrte Tendenz zu beobachten: die unterschiedlichsten Formen der Depressionen firmieren unter dem Sammelbegriff des "Burnout" und entziehen sich damit der Differentialdiagnostik.

Einhelligkeit herrscht hinsichtlich des fortschreitenden Energieverlustes bei Menschen, die in den Sog des "Ausbrennens" hineingeraten sind. Ebenso herrscht Übereinstimmung in der Beschreibung des Burnoutsyndroms als Prozess einer allmählich zunehmenden Erschöpfung, die zahlreiche physische, mentale und emotionale Aktivitäten erfasst. Der Verlauf kann sich über Jahre hinziehen, aber auch rasante Beschleunigung erfahren. Bei entsprechenden Gegenstrategien ist er jederzeit zu stoppen, chronische Ignoranz führt indessen zu quälender Symptomverschärfung bis hin zum völligen Zusammenbruch.

Die Palette der Symptome ist breit gefächert, stark variabel und uneinheitlich. Magen- und Darm-Erkrankungen, Migräne, Muskelverspannungen, Atemwegsdefekte, die Zunahme von Krankenständen (die viele Betroffene lange Zeit zu unterdrücken versuchen) belasten den Organismus. Ess-Disrhythmien und -störungen, zunehmende Ein- und Durchschlafprobleme, gesteigerter Nikotin-, Alkohol- und Tablettenkonsum verschärfen die Symptomatik statt sie auszugleichen. Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten belasten Leistungs- und Arbeitsverhalten, emotionale Gereiztheit und Wutausbrüche überraschen die Umwelt, bevor sie allmählich von sozialem Rückzug, Teilnahmslosigkeit und Apathie abgelöst werden. Die Betroffenen verlieren die Fähigkeit, sich mitzuteilen, sie verstummen, "verlöschen wie eine Kerze", deren Docht abgebrannt ist.

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