Der Begriff "Burnout" wurde 1974 von dem amerikanischen Psychoanalytiker Herbert J. FREUDENBERGER in die fachspezifische Literatur eingeführt, als er in einem Beitrag für das Wissenschaftsmagazin "Journal of Social Issues" seinen eigenen physiologischen und psychologischen Erschöpfungszustand beschrieb, den er bei sich selbst und etlichen seiner Mitarbeiter in Kriseninterventionsstationen wahrnahm.

Zu Beginn der 1980er Jahre erfasste die Diskussion um Burnout auch den deutschsprachigen Raum, die wissenschaftlichen Veröffentlichungen erreichten um das Jahr 2000 die Fünftausender-Grenze, die Zahl der einschlägigen Publikationen wächst jährlich um einige hundert und einige Autoren stellen sich bereits die bange Frage, wann die Burnoutforschung selbst ausgebrannt sei (Ina RÖSING, 2003).

Mittlerweile existieren mannigfache Erklärungsansätze zum Burnout, von denen einige die Ursachen vorwiegend in der Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen zu entdecken meinen (EDELWICH & BRODSKY, FREUDENBERGER, BURISCH), während andere arbeitsbezogene und gesellschaftliche Faktoren betonen (CHERNISS, ARONSON/PINES/KAFRY, MASLACH & JACKSON).

Die offiziöse Diskussion um den Krankheitsstatus von Burnout tut sich nach wie vor schwer. Die "Bibel" der psychosozialen Krankheitsdiagnostik, die "Internationale Klassifikation psychischer Störungen" (International Classification of Diseases, Chapter V, Tenth Revision - ICD 10) kennt den Begriff nicht als eigenständige Erkrankungsdefinition, führt ihn jedoch im Anhang (Abschnitt Z, Kennziffer 73.0) unter der Überschrift "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten führen" an. Burnout befindet sich medizinisch-definitorisch sozusagen im freien Schwebezustand, eine eindeutige Zuordnung ist nicht erfolgt und wohl auch nicht erwünscht. Die Folgen wären aufwändig und vor allem teuer: Burnout klar als Krankheit etikettiert, würde Folgekosten für die nationalen Gesundheitssysteme und Krankenkassen verursachen, die die Verantwortungsträger scheuen.