Wir vertreten ein multifaktorielles, integratives Erklärungsmodell der Burnout-Entwicklung, indem wir persönlichkeitsorientierte Ansätze mit sozial- und arbeitsrelevanten Faktoren verbinden. Der Erschöpfungsprozess mit seiner sukzessive immer schriller zu Tage tretenden Symptomatik resultiert aus gesellschaftlichen, beruflichen, familiären und individuellen Stressbelastungen, deren chronischer Verlauf nicht mehr bewältigbar erscheint und schließlich in die Einbahn des Ausbrennens mündet.

Am Beginn jeder Burnout-Behandlung steht daher eine umfassende Erhebung der Belastungsfaktoren im gesamten Lebenskontext der Betroffenen. Die Diagnostik umfasst soziale, psychologische und medizinische Aspekte und soll individuell auf die Persönlichkeit, die Arbeits- und die private Welt des Betroffenen zugeschnittene Therapiemaßnahmen ermöglichen. Dabei können Entspannungs- und Aktivierungsverfahren, Abgrenzungstrainings, Zeitmanagementtechniken und Beziehungsklärungen ebenso zur Anwendung gelangen wie berufliche Belastungsreduktionen, Coachingmaßnahmen und Initiativen zur Um- und Neugestaltung des Arbeitsplatzes.

Burnout-Rehabilitation und -prophylaxe ist schon längst nicht mehr nur ein persönlich-individuelles Problem einzelner Betroffener. Immer intensiver beginnen sich Institutionen, Firmen und Unternehmen mit der Stress-Problematik ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu befassen, da mittlerweile klar geworden ist, dass der Rückgang der offiziellen Krankenstandstage keineswegs Ausdruck eines kontinuierlich steigenden Gesundheitsstaus der Arbeitnehmer darstellt, sondern mit der Angst um den Arbeitsplatz korreliert.